"Sinnlichkeit und Haute Couture aus Berlin" - im Gespräch mit Justin Reddig

"Sinnlichkeit und Haute Couture aus Berlin" - im Gespräch mit Justin Reddig

BERLIN, next floor:

Lieber Justin, nachdem Esmé bereits Teil des Secret Garden war, freuen wir uns nun umso mehr, die Kreationen auch auf unserer Plattform begrüßen zu dürfen. Damit unsere Community ein Bild von deiner Marke bekommen kann, was möchtest du mit deinen Designs transportieren?

JUSTIN REDDIG:

Ich freue mich auch sehr darüber, Teil dieser Plattform zu sein, denn mir geht es in erster Linie darum das Augenmerk auf Qualität und Handwerk zu legen – BERLIN, next floor ist da ein guter Match! Maison Esmé steht für handgefertigte Mode, die zeitlos, alterslos und in einigen Fällen sogar geschlechtslos ist. Jedes Teil unserer Kollektion hat das Potenzial ein Lieblingsstück zu werden, denn unsere Produkte sind im Grunde mit Allem kombinierbar. Heutzutage ist es wichtig, dass die Mode im Alltag funktioniert und den Lebensstil der Kundschaft widerspiegelt. Ich möchte behaupten, dass sich unsere Produkte allen Alltags-Situationen ideal anpassen; ob im Büro, zu Afterwork-Cocktails, auf Reisen oder sogar zu formellen Anlässen – Es sind einfach Allround-Produkte.

BERLIN, next floor:

Deine Kreationen bedienen sich der höchsten Handwerkskünste und ausgeklügelte Details machen die Stücke zu etwas sehr Besonderem. Hast du zu Beginn eines Designprozesses bereits die Details im Kopf oder sind sie die Vollendung am Schluss?

JUSTIN REDDIG:

Sämtliche Produkte unserer Marke werden in unserer eigenen Manufaktur in Deutschland individuell von Hand gefertigt, das ist heutzutage sehr selten. Der gesamte kreative Prozess ist angelehnt an der Herangehensweise der Haute Couture aus Paris. Für jedes Design werden beispielsweise die Borten von Hand gehäkelt oder geflochten. Dabei werden die einzelnen Fäden aus dem Oberstoff extrahiert und zu Borten verarbeitet. Bei einer Musterung werden üblicherweise ca. zehn verschiedene Bortenmuster hergestellt und angepasst, bis sie den gewünschten Effekt erzielen. Von daher muss ich sagen, dass der Prozess einen natürlichen Lauf nimmt. Oftmals geben die Materialien vor, was daraus wird. Natürlich gibt es ein grobes Thema in jeder Kollektion, allerdings halten wir uns nicht religiös daran. Viele Ideen entstehen bei der Arbeit, das macht den Prozess immer sehr spannend.

BERLIN, next floor:

Wie möchtest du, dass Menschen sich in deiner Mode fühlen?

JUSTIN REDDIG: 

Sinnlichkeit ist mein liebster Begriff in dieser Hinsicht. Unsere Produkte sollen unsere Kunden auf einer emotionalen Ebene erreichen und abholen, nur dann kann man von einem erfolgreichen Produkt ausgehen. Es sind zahlreiche versteckte Details in jedem Produkt vorhanden, die man erst mit der Zeit entdeckt – und jeder handgesetzte Nadelstich erzählt eine individuelle Geschichte. Allerdings ist es für mich mindestens genauso wichtig, dass das Produkt nicht nur optisch ansprechend ist, sondern sich auch getragen gut anfühlt. Ich kann mir kein sinnlicheres Erlebnis vorstellen, als in eine mit Seidensatin gefütterte Jacke zu schlüpfen und diese luxuriösen Fasern an der Haut zu spüren.

Darüberhinaus muss man auch wissen, dass unsere Produkte nicht Saison gebunden sind. Ein Maison Esmé Produkt ist für die Ewigkeit gemacht und wird mit der Zeit immer besser, denn durch die Körperwärme passt es sich dem Körper immer mehr an. Es ist wie eine zweite Haut...

BERLIN, next floor:

Du hast bereits mit 14 Jahren begonnen, dich mit Schöpfung der Mode auseinanderzusetzen. Was hat dich früher inspiriert, was ist es heute? Gibt es mittlerweile Herausforderungen, mit welchen du vor einigen Jahren noch nicht gerechnet hättest?

JUSTIN REDDIG:

Ende der 90er Jahre wurde ich in die Versace Boutique in Berlin mitgenommen und ich erinnere mich daran, was ich in jenem Moment gespürt habe; Das Geschäft war zweistöckig und verfügte über eine Marmortreppe mit goldenem Geländer. Die Decken waren mit reichhaltigem Stuckdekor verziert, überall prangte das Logo des Hauses, die Medusa, ob als Intarsie im Mosaikboden, an den Sitzmöbeln oder gar an den Türklinken. Das, gepaart mit dem markanten, beinahe verschwenderischen Duft und die laute House-Musik hat mich fasziniert. Es gab mir zu verstehen, dass diese Branche im Grunde nur über Emotionen gesteuert wird. Wenn wir dabei nichts empfinden, dann bedeutet es uns nichts. Mit dieser Einstellung fing ich an, daher kommt auch meine pedantische Besessenheit hinsichtlich der Detailgenauigkeit und Verarbeitungsqualität. Als größte Herausforderung sehe ich die Übermittlung dieser Art des Produktportfolios an den Endkunden, denn man ist solches beinahe nicht mehr gewohnt. Gleichzeitig freue ich mich selbstverständlich darüber, durch Gespräche die Begeisterung in Menschen zu wecken und die Leidenschaft für das Handwerk nachhaltig zu stimulieren. 

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