"Power- Frauen Netzwerk" - Im Gespräch mit Sibel Brozat, Initiatoren von "Women in Fashion"

"Power- Frauen Netzwerk" - Im Gespräch mit Sibel Brozat, Initiatoren von "Women in Fashion"

BERLIN, next floor:

Liebe Sibel, ich freue mich heute mit dir über dein Netzwerk "Women in Fashion" zu sprechen.
Wie kamst Du zu der Idee, Women in Fashion Germany zu gründen?

‍SIBEL BROZAT:

Als Finanzierungsexpertin bei Großbanken hatte ich fast ausschließlich mit Unternehmer/-innen zu tun. Mit taeshy® habe ich danach quasi die Seiten gewechselt, meine erste eigene Marke aufgebaut - von der Produktentwicklung bis zum E-Commerce. Dabei habe ich viele Erfahrungen gesammelt, reichlich Lehrgeld gezahlt und fantastische Menschen kennengelernt.

Schnell stellte sich heraus, dass viele Gründer/-innen mit den gleichen Herausforderungen zu tun hatten - wie ich. Außerdem wurde deutlich, dass ich mit meinem betriebswirtschaftlichen Hintergrund oftmals besser damit umgehen konnte. Schließlich drängte sich die Frage auf, ob es Sinn macht, dass wir alle die gleichen – teilweise ganz schön kostspieligen – Erfahrungen selber machen müssen. Aus diesen Überlegungen und bestätigenden Gesprächen formte sich das Fundament für meine Grundidee.

Mit Women in Fashion Germany möchte ich all jenen ein Angebot machen, die ihre Marke im Fashion- und Lifestyle Segment aufbauen. Besonders auch denjenigen, denen die Förderung der Wirtschaftlichkeit von Marken ebenfalls am Herzen liegt – so wie mir. Ein Angebot, das sich nicht nur an Modemarken richtet, sondern auch an Vertreter/-innen von Beauty- und Lifestyle- und Accessoire-Marken und an Unternehmen, die Kooperationen oder strategische Partnerschaften in unserem Segment suchen. Pressevertreter und Agenturen sind ebenfalls willkommen. Und jede/r, die/der ihre/seine eigene Personal Brand stärken möchte. Bei diesen Entwicklungen unterstützt Women in Fashion Germany, strategisch und auch ganz direkt. Wir wollen nicht nur reden, sondern auch handeln. Primär geht es uns dabei um Match-Making für echte Win-Win-Geschäfte.    

‍BERLIN, next floor:

Was bedeutet für Dich, diese Art Netzwerken?

‍SIBEL BROZAT:

Women in Fashion Germany fördert den Aufbau und die Pflege von persönlichen und beruflichen Kontakten und bringt großartige Menschen zusammen. Für mich ist es eine sehr schöne Bestätigung, dass hier Beziehungen beginnen, aus denen Neues entsteht – an Ideen, Lösungen, Erfahrungsaustausch, an konkreter Unterstützung und Weiterentwicklung. Dazu kommt das sehr angenehme Miteinander. Und besonders erfreulich sind die gelungenen Kooperationen, die sich aus unserem Netzwerken ergeben.

Diese Art der Zusammenarbeit ist erfolgreich und macht außerdem noch Spaß. Diese Kombination habe ich in meinem bisherigen Berufsleben häufig vermisst. Darüber freue ich mich sehr. Das erfüllt mich, bedeutet mir viel.

‍BERLIN, next floor:

Wie empfindest Du Frauen in dieser Community Atmosphäre?

‍SIBEL BROZAT:

Ich bin mir nicht sicher, inwiefern es dabei um „typisch Frau“ geht. Solche Prädikate mag ich auch nicht. Mir war es ja auch wichtig, dass Women in Fashion Germany Männer keineswegs ausschließt. Bei unseren Veranstaltungen liegt der Männeranteil übrigens bei 20 Prozent.

Bei unseren Events habe ich schon den Eindruck gewonnen, dass Frauen sehr kooperativ miteinander umgehen. Es geht weniger darum, recht zu haben - es geht eher darum, gemeinsam ein Ziel zu erreichen. Die Grundstimmung empfinde ich als FÜR, es geht weniger um gegen oder gar gegeneinander. Diese angenehme Atmosphäre ist wichtig und wertvoll, denn nur so können wir uns und unsere Projekte weiterentwickeln und offen über Erwartungen, Sorgen, Chancen und Risiken, Hoffnungen, Wünsche und Ziele sprechen.  

‍BERLIN, next floor:

Das freut mich zu hören, ich finde es geht genau darum - ein WIR zu erschaffen.
Was würdest Du sagen sind Dinge, in Bezug auf Netzwerk und Zusammenhalt, die wir Frauen unbedingt integrieren sollten?

‍SIBEL BROZAT:

Wir können nicht alles selbst und allein schaffen wollen. Ich treffe einige Frauen, denen ist zu wünschen, dass sie zu delegieren lernen - dabei vielleicht sogar ein wenig vom eigenen Perfektionsanspruch hergeben.

In meiner Karriere als Bankerin war mir meine akademische Qualifikation wichtig, also studierte ich, wurde diplomierte Bankbetriebswirtin. Das Diplom gab mir damals eine gewisse zusätzliche Sicherheit.

Heute erfordert das erfolgreiche Wirtschaften von uns Unternehmer/-Innen, besonders von Solopreneur/-Innen, sehr-sehr viel. Da wären direkt viele Qualifikationen, viele Diplome nötig. Hinzu kommen Kompetenzen in der Digitalisierung, im (Online-)Handel, im breiten Feld der Kommunikation und zudem Fähigkeiten wie Agilität, Durchsetzungsfähigkeit, Internationalität usw.

Daher müssen wir lernen, dass wir uns auf andere verlassen können, dass wir wirkungsvoll mit Expert/-innen zusammenarbeiten. Wichtig ist dabei, dass wir Verbindlichkeit herstellen können.

In der Community und in unserer direkten Beratung arbeiten wir daran, diese Kompetenzen auf- und auszubauen. Das hilft dem Wachstum der Unternehmung und zugleich auch dem persönlichen Wachstum der Unternehmer/-in.

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