Interview mit der Gründerin und Goldschmiedin Pamela Harig von PamPalma „Die Goldschmiedekunst“

Interview mit der Gründerin und Goldschmiedin Pamela Harig von PamPalma „Die Goldschmiedekunst“

BERLIN, next floor:

Liebe Pam, wir freuen uns sehr heute über deinen ganz besonderen Schmuck aus Palma zu hören. Magst du uns etwas in deine PamPalma Welt einführen?

Gab es eine Art Erlebnis/Initiation die dich dazu führte Goldschmiedin zu werden? Wie kam es dazu, dass du deinen Schmuck in deinem Atelier in Palma herstellst?

PAMELA HARIG:

Danke, ich freue mich auch sehr über euer Interesse und unserer Zusammenarbeit!

Definitiv gab es in meiner Kindheit Momente die meine spätere Berufswahl sehr beeinflusst haben. Die innere Ruhe, die Entspannung und innere Zufriedenheit, die entsteht durch kreatives Schaffen und handwerkliche Arbeit, habe ich schon als Kind sehr zu schätzen gelernt. Mir war immer klar, dass ich mich dorthin orientieren möchte und meine Begeisterung für Feuer und Metall haben mir dann den endgültigen Kick gegeben, sodass Goldschmiedin der perfekte Beruf für mich ist. 

Aber diese Art der Arbeit erfordert nicht nur Kreativität und handwerkliches Geschick, sondern auch ein gutes Einfühlungsvermögen für Menschen. Zumindest bei meiner Spezialisierung der Unikate und Einzelanfertigungen. Diesen Aspekt habe ich erst mit der Zeit und eigener persönlicher Entwicklung zu schätzen gelernt und genieße heutzutage die Kombination aus all dem. Die Persönlichkeit, den Stil eines Menschen und seine Ideen zu erfassen, ohne den Fokus auf die handwerklich perfekte, kreative Umsetzung zu verlieren, ist etwas, dass mir nun auf natürliche Weise entspringt, vielleicht aus der Mischung meiner Lebenseinstellung und jahrelanger Erfahrung.

Ehrlich gesagt, ging es mir auch mit Palma so. Nach zwei Jahren Orientierungsphase als Auswanderin auf Mallorca, wagte ich die Eröffnung einer eigenen Werkstatt mit Atelier in Palma.

Es war keine bewusste Standortwahl meinerseits, sondern eine zufällige Chance die ich ergriffen habe, als sie sich bot und danach kam ein stetiges Reinfühlen und wachsen lassen. Ich wusste am Anfang nicht, dass ich wirklich in Palma bleiben würde, sondern habe mich erstmal jedes Jahr auf ein Neues gefragt, ob ich mich noch wohl fühle.

Als ich zum ersten Mal vergessen hatte mich selbst danach zu befragen, wusste ich, dass Palma nun wirklich meine Heimat ist.

Insgesamt sind es jetzt schon 18 Jahre, die ich auf Mallorca lebe. Ich liebe die Insel, weil sie sehr kosmopolit ist und gleichzeitig die persönliche Sphäre des Einzelnen bewahrt.

Und ich liebe Palma wegen des altmodischen Lebensstils und der Leidenschaft für die Kunst.

BERLIN, next floor:

Das Handwerk des traditionellen Goldschmiedens ist mittlerweile sehr besonders und selten. Wie empfindest du dieses Handwerk in einer immer schnellen und weniger traditionell funktionierenden Welt?

PAMELA HARIG:

Mein Überzeugung ist: "Handmade is the future luxury"

Wir traditionellen Handwerksmeister sind in der Tat heute schon eine selten gewordene Spezies und deshalb recht begehrt.

Ich finde der Kunde hat ein Recht darauf, erstklassige Resultate zu erhalten und  die Werkstatterfahrung, eigenverantwortliches Arbeiten und umfassendes Wissen über die Materie garantieren nunmal eine gewisse Qualität.

All das, obendrein gepaart mit Kreativität, braucht naturgemäß Zeit um sich zu entwickeln und das  kann nicht beschleunigt werden, weshalb Schmuckstücke oder Kunstwerke computergeneriert und maschinell gefertigt meist klar zu unterscheiden sind von einer reinen, schöpferischen Handarbeit.

Dabei möchte ich nicht werten, alles hat seine Berechtigung, Vor- und Nachteile.

Allerdings sehe ich eben Handwerk und Einzelanfertigung zukünftig definitiv im Luxussektor angesiedelt, da es immer weniger Möglichkeit gibt für den Nachwuchs diese traditionellen, kreative Berufe noch zu lernen.

BERLIN, next floor:
Was sind deine besonderen nachhaltigen Aspekte, woher beziehst du dein Gold und Silber?

PAMELA HARIG:

Ein entscheidender Sektor des Goldschmiedens ist die Umarbeitung. Metalle und Edelsteine haben den großartigen Vorteil der Wiederverwendbarkeit, solange man ursprünglich hochwertiges Material bzw. Edelmetalle eingekauft  hat und pfleglich damit umgeht.

Das heißt zum Beispiel Schmuck aus 18k oder sogar höher legiertem Gold kann ich einschmelzen und wiedergewinnen. Auch Edelsteine können ausgefasst und danach in ein anderes Design integriert werden, so dass ich alten Schmuck  in komplett neue Juwelen verwandeln kann.

Übrigens sind die Feinmetalle die heutzutage in meinem Schmuckbereich verwendet werden ohnehin schon zu 90% wiedergewonnenes bzw. recyceltes Metall.

Das ist mitunter das faszinierende an Gold und anderen Edelmetallen. Sie sind hochgradig chemisch und physikalisch beständig, also im wahrsten Sinne des Wortes ein absolut beständiger Wert.

Beim Thema Diamant lege ich natürlich auch Wert auf „Konfliktfreie“ Ware von meinem Händler. Blutdiamanten sind deshalb bei mir ausgeschlossen, da meine Händler ausschliesslich über Antwerpen ankaufen und vertreiben. Dort wird jeder Stein, jedes Lot Diamant auf legitime Herkunft geprüft und kommt nur in den Handel, wenn alles perfekt belegt ist und dem Kimberley-Abkommen, das den Handel mit Blutdiamanten untersagt, entspricht.

BERLIN, next floor:
Wie entstehen deine Designs, was inspiriert dich?

PAMELA HARIG:

Die Frage habe ich mir schon oft selber gestellt. Ganz ehrlich…ich weiß nicht genau woher es kommt.

Ein immer wiederkehrender Aspekt in meinem Leben und Schaffen ist, dem Fluss der Dinge zu folgen und so liegt meine Inspiration oft im Arbeitsprozess selbst. Während ich arbeite, entsteht das endgültige Design bei einer freien Arbeit.

Bei einer Kundenanfertigung mache ich deshalb gerne Modelle zur Ansicht, weil sich darin auch die Inspiration ergibt.

Man könnte sagen, meine Hände wissen was richtig ist und haben ein Eigenleben. Mein Geist braucht Ihnen nur zu folgen und dann ergibt sich ein stimmiges, gutes Design.

BERLIN, next floor:
Was möchtest du in den nächsten Jahren mit deiner Marke erreichen? Was sind deine Zukunftspläne und Visionen?

PAMELA HARIG:

Allen begeisterten, anspruchsvollen Menschen, Schmuck-Liebhabern und schmuckaffinen Ästheten eine Möglichkeit bieten, die schönsten Momente im Leben mit eine meiner handgearbeiteten Schmuckstücke zu verewigen. Eine schöne Erinnerung liebevoll in Gold und Silber festzuhalten.

Und weiterhin mit meinen Namen für höchste Qualität auf allen Ebenen zu bürgen,  auch im Online-Markt.

Eine kleine Auswahl meiner Lieblingslinie der „zeitgenössischen Klassiker“ die man jetzt endlich kaufen kann, auch ohne nach Mallorca zu reisen, darf ich nun bei euch zeigen, lieben Dank dafür!

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